Deutsches Bier steht wie kein anderes Getränk für Genuss, Geselligkeit und Lebensfreude. Unsere Brauer haben für jeden Geschmack und jede Gelegenheit etwas zu bieten. Mit um die 5000 Biermarken ist Deutschland an Sorten- und Markenvielfalt einzigartig auf der Welt. Doch wie schaffen die Brauer aus nur vier Zutaten so viele unterschiedliche Biere? Dies ist die Kunst des Bierbrauen:

Die Braukunst im Detail
Es ist ein aufwendiger Prozess, ein hochwertiges Bier mit Hilfe modernster Technik auf natürliche Weise herzustellen.

Am Anfang ist das Malz
Ausgangsstoff für ein gutes Bier ist eine gute Braugerste, für ein Weißbier zusätzlich ein spezieller Brauweizen. Diese Sorten zeichnen sich durch eine hohe Qualität und bestimmte Eigenschaften aus, die für die Herstellung von hochwertigem Malz maßgeblich sind. Das frisch geerntete Getreide wird in der Mälzerei vermälzt. Dazu wird die Gerste geputzt, sortiert und dann in großen Behältern ein bis zwei Tage lang eingeweicht. Das Wasser weckt das Getreidekorn zu neuem Leben. In Keimkästen lässt es der Mälzer anschließend keimen.

Nach vier bis sechs tagen ist das innere des Korns mürbe und wasserlöslich. Nach außen wächst langsam ein Keimling. Ließe man das Korn jetzt weiterkeimen, entstünde eine neue Pflanze. Doch der Mälzer greift nun ein und trocknet das sogenannte Grünmalz bei Temperaturen von 80 bis rund 100 Grad Celsius. Diesen Vorgang nennt man „Darren“. Je höher dabei die Temperatur ist, desto dunkler wird das Malz.

Das Mälzen hat einen entscheidenden Einfluss auf den Charakter des Bieres, seinen Geschmack, seine Farbe, auf Schaum und Haltbarkeit. Durch das Keimen wurde die unlösliche Stärke im Getreidekorn aufgespalten, so dass sie sich beim Brauen in löslichen, vergärbaren Malzzucker umwandeln kann.

Das Brauen beginnt
Das Malz kommt dann in die Brauerei. Hier wird es mit großen Mühlen geschrotet und mit Wasser, das rein, weich und neutral im Geschmack sein soll, im Maischebottich vermischt. Der Brauer nennt das Einmaischen. Diese Maische wird nun in zwei bis vier Stunden stufenweise auf verschiedene Temperaturen erhitzt. Bei bestimmten Temperaturen aktivieren sich Enzyme, die im Malz enthalten sind. Die Enzyme bauen die Stärke zu Malzzucker und das Eiweiß zu Aminosäuren ab.
Im Läuterbottich wird die Maische dann von allen festen Bestandteilen des Malzes befreit. Der Rückstand, der sogenannte Treber, wird als wertvolles Viehfutter weiterverwendet.
Die geläuterte Würze fließt nun in die Würzpfanne, wo sie ein bis zwei Stunden gekocht und etwas eingedampft wird. Dann wird der Hopfen zugegeben. Er gibt dem zukünftigen Bier den angenehm herb-bitteren Geschmack und das charakteristisch feine Aroma. Der Hopfen fördert auch die Haltbarkeit des Bieres und hat einen günstigen Einfluss auf die „Blume“ des Bieres. Die blanke Würze wird schnell auf rund 5 Grad herunter gekühlt und gelangt in den Gärkeller.

Aus der Würze wird Bier
Hier kommt nun die Hefe hinzu, die sofort die Gärung auslöst. Sie wandelt den Zucker in Alkohol und Kohlensäure um. Nach rund einer Woche ist die Hauptgärung beendet, die Hefe wird abgezogen. Sie kann nach gründlicher Reinigung weiterverwendet werden. Weil sie hochwertiges Eiweiß und vor allem Vitamine in hoer Konzentration enthält, wird sie auch in der Nahrungsmittelproduktion geschätzt.
Für das Jungbier kommt nun die Zeit des Reifens im Lagerkeller – je nach Biertyp bis zu drei Monaten. Im Lagerkeller geschieht dreierlei: Erstens rundet sich der Geschmack des Bieres ab, der noch vorhandene Restzucker wird fast vollständig abgebaut. Zweitens wird die Kohlensäure gebunden und gibt dem Jungbier seine Spritzigkeit. Drittens setzen sich die restliche Hefe und die Eiweißflocken auf dem Boden ab: Das Bier wird klar.