Als die Edermünder Brauscheune im Jahr 2000 eröffnete, ging für die Macher ein Traum in Erfüllung. Karl-Friedrich Klitsch und sein Kompagnon Wolfram Geipel hatten in einer restaurierten Scheune ihr erstes gastronomisches Objekt umgesetzt. Zuvor hatten zahlreiche Haldorfer bei der Umsetzung geholfen und eine beispielhafte Hilfsaktion in Gang gesetzt.

Schließlich waren Klitsch und Geipel einst eher ungeplant zu diesem Objekt gekommen. Beide machten aus der Not eine Tugend, als sie nach der Schließung des Kasseler Standortes der Binding Brauerei ihre Arbeitsplätze nach Frankfurt verlagern sollten. Karl-Friedrich Klitsch war es letztendlich, der sich in seiner Heimat Edermünde lieber mit einem eigenem Brauhaus selbständig machen wollte. Wolfram Geipel zog mit. So pachteten die beiden erfahrenen Brau- und Mälzermeister den landwirtschaftlichen Hof der Familie Krug in Haldorf, aktivierten rund 60 Teamkollegen aus dem Fußballverein und begannen, die 1877 erbaute Scheune auf dem Hof zu restaurieren. „Wir haben etwa ein halbes Jahr lang an der Umsetzung des Konzeptes gearbeitet und in allen architektonischen Fragen große Unterstützung vom Gemeindebauamt erfahren. Dann wurden Balken eingezogen, Leitungen für Strom und Heizung gelegt und die Brauanlage installiert“, erklärt Karl-Friedrich Klitsch, der mit seinem Partner letztendlich rund 350.000 Euro investiert hat.

Mittlerweile führt Klitsch die Brauscheune mit seiner Frau Irene. Wolfram Geipel verstarb 2005. Dem Konzept sind die Macher immer treu geblieben: Im Mittelpunkt steht das liebliche und gehaltvolle Edermünder Scheunenbräu, vom dem der am 6. Oktober 1956 in Kassel geborene Unternehmer pro Jahr rund 550 Hektoliter in drei verschiedenen Sorten braut. Hinzu kommen die Saisonbiere Märzenbier, Mai-, Weizen- und Weihnachtsbock sowie der Bierlikör „Hopfen Tropfen“. Für viele Gäste gehört es mittlerweile dazu, nach dem deftigen Essen in der Brauscheune einen Siphon mit nach Hause zu nehmen. Letztendlich lebt die Restauration mit der kleinen Brauerei, in der auch Führungen stattfinden, von zahlreichen Stammgästen aus der Region, die das Bier lieben gelernt haben. Familie Klitsch und die Mitarbeiter der Brauscheune sorgen allerdings auch täglich außer montags für ein etwas anderes gastronomisches Angebot in der Großgemeinde Edermünde – rund um das hauseigene Motto: „Bier trinken, da wo es gebraut wird“.